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Kampfmittelaltlasten in Deutschland

Blindgänger
Oliver Fontana - Geschäftsführer Montag, 12. Januar 2026 von Oliver Fontana - Geschäftsführer

Eine fachliche Einordnung aus Sicht von

Faktenlage, Risiken und warum professionelle Kampfmittelsondierung unverzichtbar bleibt

Ausgangslage: Ein historisches Problem mit aktueller Relevanz

Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind Kampfmittelaltlasten – insbesondere Blindgänger alliierter Fliegerbomben, Artilleriemunition und andere Explosivstoffe – weiterhin ein reales und fortbestehendes Sicherheitsrisiko in nahezu allen Regionen Deutschlands.

Allein zwischen 1940 und 1945 wurden über dem damaligen Deutschen Reich mehrere Millionen Tonnen Bomben und Munition abgeworfen. Ein relevanter Anteil dieser Kampfmittel detonierte nicht und verblieb im Erdreich. Diese Altlasten stellen bis heute eine erhebliche Gefahr für Menschen, Infrastruktur und Bauprojekte dar.

Wie viele Blindgänger liegen noch im Boden? – Die Grenzen belastbarer Zahlen

Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie viele Blindgänger befinden sich noch im Boden?

Die fachlich korrekte Antwort lautet: Eine exakte oder auch nur annähernd belastbare Zahl existiert nicht.

Dies wird ausdrücklich durch die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages bestätigt. In einer offiziellen Ausarbeitung heißt es unmissverständlich, dass:

„Die Ermittlung genauer und belastbarer Zahlen über die noch im Boden befindlichen Kampfmittelaltlasten nicht möglich ist.“

Quelle:

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages

Als bundesweite Grobschätzung wird dort eine Spannbreite von 100.000 bis 300.000 Tonnen Kampfmittelaltlasten genannt. Diese Zahl ist ausdrücklich keine Bestandszahl, sondern eine risikobasierte Schätzung, die nicht auf einzelne Bundesländer heruntergebrochen werden kann.

Aus Sicht von FONTANA-EOD ist diese methodische Klarstellung essenziell:

➡️ Planungssicherheit entsteht nicht durch statistische Annahmen, sondern ausschließlich durch objektbezogene Sondierung.

Regionale Unterschiede – warum Länderzahlen täuschen können

Zwar führen die Bundesländer detaillierte Statistiken über jährliche Funde, Entschärfungen und Räumungen, jedoch nicht über verbleibende Restbestände. Der Grund ist einfach und fachlich zwingend:

▪     Die ursprünglich abgeworfene Kampfmittelmenge ist nicht vollständig dokumentiert

▪     Bombardierungsdichte, Bodengeologie und Nachkriegseingriffe variieren stark

▪     Frühere Räumungen wurden teilweise unvollständig oder ohne Dokumentation durchgeführt

Selbst Länder mit sehr hoher Funddichte – etwa Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern – weisen ausdrücklich darauf hin, dass aus Jahreszahlen keine Rückschlüsse auf verbleibende Kampfmittelmengen gezogen werden dürfen.

Was ist jedoch belastbar? – Jährliche Fund- und Räumungszahlen

Was hingegen amtlich dokumentiert und belastbar ist, sind die jährlichen Leistungen der Kampfmittelräumdienste. Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, dass es sich nicht um ein historisches Randproblem handelt, sondern um eine dauerhafte Gefahrenlage.

Auswahl aktueller offizieller Zahlen (2024):

Nordrhein-Westfalen

Über 1.600 Bombenblindgänger wurden im Jahr 2024 entdeckt und unschädlich gemacht.

Quelle: Innenministerium NRW

https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/kampfmittelbeseitigung

Niedersachsen

Über 1.200 Einsätze, dabei rund 221 Tonnen Kampfmittel geborgen.

Quelle: Niedersächsisches Innenministerium

https://www.mi.niedersachsen.de/startseite/themen/gefahrenabwehr/kampfmittelbeseitigung

Bayern

53 Bombenblindgänger wurden 2024 entschärft – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern

https://www.stmi.bayern.de/sus/kampfmittelbeseitigung

Baden-Württemberg

Über 800 Einsätze, darunter 13 Bombenblindgänger ≥ 50 kg.

Quelle: Regierungspräsidium Stuttgart – Kampfmittelbeseitigungsdienst

https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/sicherheit/kampfmittelbeseitigung

Rheinland-Pfalz

Über 600 Fundmeldungen, rund 15 Tonnen Munition, 7 Bombenblindgänger.

Quelle: Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz

https://add.rlp.de/themen/gefahrenabwehr/kampfmittelbeseitigung

Diese Zahlen zeigen aus Sicht von FONTANA-EOD eindeutig:

➡️ Kampfmittel werden nicht „weniger“, sie werden lediglich nach und nach entdeckt – meist erst im Zuge von Bauvorhaben.

Selbstdetonationen – selten, aber mit hohem Schadenspotenzial

Ein besonders sensibles Thema sind sogenannte Selbstdetonationen bzw. Spontandetonationen alter Kampfmittel. Auch hier ist eine sachliche Differenzierung erforderlich:

▪     Selbstdetonationen sind extrem selten

▪     Seit 1947 sind deutschlandweit lediglich rund 20 Fälle dokumentiert

▪     Das entspricht statistisch etwa 0,25 Ereignissen pro Jahr

Quelle (Zusammenstellung historischer Ereignisse):

https://www.sueddeutsche.de/politik/blindgaenger-selbstdetonation-deutschland-1.2166076

Gleichzeitig ist festzuhalten:

➡️ Wenn es zu einer Detonation kommt, sind die Folgen regelmäßig gravierend.

Ein bekanntes Beispiel ist die Explosion einer britischen Luftmine in Euskirchen (2014) mit einem Todesopfer, zahlreichen Schwerverletzten und massiven Gebäudeschäden.

Unfälle mit Personenschäden – warum es keine Durchschnittswerte gibt

Eine bundesweit einheitliche Statistik über jährliche Personenschäden oder Sachschäden durch Blindgängerexplosionen existiert nicht. Der Grund:

▪     Detonationen sind keine eigenständige Unfallkategorie in der amtlichen Statistik

▪     Ereignisse werden einzeln polizeilich und presseöffentlich dokumentiert

▪     Einzelereignisse würden jede Durchschnittsbildung verzerren

Aus fachlicher Sicht ist daher jede pauschale Angabe zu „durchschnittlichen Schäden pro Jahr“ unseriös.

FONTANA-EOD vertritt hier eine klare Position:

➡️ Risiken lassen sich nicht statistisch „wegmitteln“, sondern nur technisch minimieren.

Konsequenz für Bauherren, Kommunen und Projektentwickler

Heutige Kampfmittelverdachtsflächen in Nordrhein-Westfalen

Als spezialisierter Dienstleister für Kampfmittelsondierung, Flächenräumung, Bauaushubüberwachung und baubegleitende Sicherheitsmaßnahmen verfolgt FONTANA-EOD einen klaren Ansatz:

▪     präzise Risikoanalyse statt pauschaler Annahmen

▪     moderne, geophysikalische Sondiertechnik

▪     rechts- und genehmigungssichere Dokumentation

▪     enge Abstimmung mit Behörden und Projektbeteiligten

Unser Anspruch ist es, Risiken vor Baubeginn zu erkennen und kontrollierbar zu machen – bevor sie zu Kosten, Verzögerungen oder Gefährdungen werden.

Fazit

Blindgänger sind kein Relikt der Vergangenheit, sondern eine gegenwärtige sicherheitsrelevante Realität. Wer heute baut, plant oder Flächen entwickelt, kommt an einer professionellen Kampfmittelsondierung nicht vorbei.

FONTANA-EOD steht für Fakten, Präzision und Verantwortung – damit Sicherheit nicht dem Zufall überlassen bleibt.

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