Räumkonzept & Freigabedokumentation – klare Ziele, sichere Nachweise
Kampfmittelprojekte werden nicht „auf Zuruf“ abgearbeitet. Sie brauchen ein sauberes Konzept und prüffähige Nachweise, damit alle Beteiligten – von der Bauleitung bis zur Behörde – wissen, was genau geräumt wurde, wie tief und mit welchen Verfahren.
FONTANA-EOD entwickelt für jedes Vorhaben ein projektspezifisches Räumkonzept und erstellt auf dieser Grundlage eine strukturierte Freigabedokumentation, die den tatsächlichen Umfang und die Qualität der Kampfmittelmaßnahmen transparent macht.
Was ist ein Räumkonzept?
Ein Räumkonzept beschreibt strukturiert und nachvollziehbar, wie eine kampfmittelverdächtige Fläche oder Trasse bearbeitet werden soll. Es beantwortet u. a. folgende Fragen:
▪ Welche Räumziele sollen erreicht werden (z. B. Baufeldfreimachung bis zur Gründungstiefe, trassenbezogene Freimachung, punktuelle Räumung)?
▪ Welche Bereiche und Tiefen werden erfasst (Räumumfang)?
▪ Mit welchen Verfahren wird gearbeitet (Oberflächensondierung, Tiefensondierung/Bohrloch, Flächenräumung, Bauaushubüberwachung, Kampfmittelbergung)?
▪ Wie werden Sicherheitszonen, Sperrbereiche und Abläufe organisiert?
▪ Welche Nachweise werden als Ergebnis erwartet?
Das Räumkonzept ist damit der rote Faden für die operative Kampfmittelbeseitigung und bildet den Maßstab, an dem sich die spätere Freigabedokumentation orientiert.
Grundlagen für das Räumkonzept
Bevor ein Räumkonzept erstellt wird, analysiert FONTANA-EOD die verfügbaren Informationen zum Projekt:
▪ Ergebnisse der historischen Luftbildauswertung & Verdachtsflächenanalyse
▪ vorhandene Hinweise aus Archiven, Kataster, früheren Gutachten oder Funden
▪ geplante Nutzung, Eingriffstiefen und Bauverfahren (z. B. Tiefgaragen, Pfahlgründungen, Leitungsbau)
▪ projektspezifische Rahmenbedingungen (Zeitfenster, Logistik, Erreichbarkeit, Umfeldnutzungen)
Auf dieser Basis werden die Räumziele und der Räumumfang definiert – nicht pauschal, sondern passend zum Vorhaben.
Inhalte eines Räumkonzeptes
Ein ausgereiftes Räumkonzept von FONTANA-EOD umfasst in der Regel u. a.:
▪ Beschreibung des Projektgebiets: Lage, Größe, Nutzung, angrenzende Bereiche, relevante Besonderheiten.
▪ Bewertung der Verdachtslage: Zusammenfassung der wesentlichen Verdachtsmomente und ihrer räumlichen Zuordnung.
▪ Festlegung der Räumziele: Konkrete Formulierung, welche kampfmitteltechnische Qualität am Ende erreicht sein soll (z. B. „Fläche X: Baufeldfreimachung bis Tiefe Y“, „Trasse Z: Räumung im Bereich des Leitungsquerschnitts“).
▪ Definition des Räumumfangs: Welche Flächen, Abschnitte und Tiefenzonen werden bearbeitet, welche verbleiben ggf. außerhalb des Räumauftrags?
▪ Auswahl der Räumverfahren: Welche technischen Schritte sind vorgesehen (Oberflächensondierung, Tiefensondierung/Bohrloch, Flächenräumung, Bauaushubüberwachung, punktuelle Räumung, Kampfmittelbergung)?
▪ Sicherheits- und Organisationskonzept: Grundzüge der Sicherheitszonen, Sperrbereiche, Evakuierungsräume, Kommunikations- und Meldeketten.
▪ Dokumentationsanforderungen: Welche Pläne, Protokolle, Messdaten und Berichte werden erstellt, und wie sollen sie strukturiert sein?
Das Räumkonzept wird so formuliert, dass es sowohl für Fachleute als auch für Projektleiter und Behördenvertretungen verständlich und handhabbar ist.
Von der Theorie zur Praxis – Verknüpfung mit dem Projektablauf
Das Räumkonzept wird nicht isoliert erstellt, sondern in den Projektablauf eingebettet:
▪ Im Schritt „Projektablauf“ wird der zeitliche und logistische Ablauf beschrieben.
▪ Das Räumkonzept definiert, was fachlich-inhaltlich zu tun ist.
▪ Die Freigabedokumentation belegt später, dass und wie das Konzept umgesetzt wurde.
So entsteht eine durchgängige Kette: Planung → Umsetzung → Nachweis.
Was ist eine Freigabedokumentation?
Die Freigabedokumentation fasst zusammen, was tatsächlich durchgeführt und erreicht wurde, und bildet die Grundlage dafür, dass eine Fläche oder Trasse als „kampfmitteltechnisch freigeräumt“ übergeben werden kann – immer im Rahmen des definierten Räumkonzeptes.
Sie beantwortet u. a. folgende Fragen:
-
1.
Welche Flächen und Tiefenbereiche wurden bearbeitet?
-
2.
Welche Verfahren und Parameter kamen zum Einsatz (Messraster, Bohrabstände, Räumtiefen etc.)?
-
3.
Welche Verdachts- und Fundpunkte sind aufgetreten, wie wurde mit ihnen umgegangen?
-
4.
Welche Kampfmittel oder relevanten Störkörper wurden gefunden und wie wurden sie behandelt?
-
5,
Welche Bereiche sind nach heutigem Kenntnisstand freigabefähig, wo bestehen ggf. definierte Restrisiken?
Wesentlich ist dabei, dass die Freigabedokumentation zum Räumkonzept passt und erkennbar ist, dass die geplanten Maßnahmen umgesetzt und sachgerecht dokumentiert wurden.
Typische Bestandteile einer Freigabedokumentation
Eine Freigabedokumentation von FONTANA-EOD kann – je nach Projekt – u. a. folgende Inhalte umfassen:
Übersichts- und Lagepläne: Darstellung der bearbeiteten Flächen, Abschnitte und Trassen in geeigneten Maßstäben.
Räumraster- und Messpläne: Visualisierung der eingesetzten Mess- und Räumraster (Spurabstände, Bohrpunkte, Rasterfelder).
Verzeichnisse von Verdachts- und Fundpunkten: Tabellen mit Lageangaben, Tiefe, Art der Störung, Bewertung und getroffenen Maßnahmen.
Auflistung und Beschreibung gefundener Kampfmittel / Munitionsreste: Art, Anzahl, Lage (soweit verfügbar), Datum der Sicherung und Übergabe.
Beschreibung der angewandten Verfahren: Kurzdarstellung der wesentlichen technischen Schritte und Besonderheiten.
Bewertung des bearbeiteten Bereichs: zusammenfassende Einschätzung, inwieweit die Räumziele erreicht wurden und welches Restrisiko – im Rahmen des Auftrags – verbleibt.
Anlagen: z. B. Fotos, Detailkarten, Auszüge aus Messprotokollen, Bescheinigungen der zuständigen Stellen.
Ziel ist eine Unterlagensammlung, die sachlich, vollständig und nachvollziehbar ist – ohne unnötigen Ballast, aber mit allen für die Bewertung relevanten Informationen.
Wie Räumkonzept und Freigabedokumentation zusammenwirken
Räumkonzept und Freigabedokumentation stehen in einem klaren Verhältnis:
1. Das Räumkonzept beschreibt, was geplant ist (Ziele, Umfang, Verfahren).
2. Die Freigabedokumentation zeigt, was tatsächlich umgesetzt wurde (Umfang, Ergebnisse, Bewertung).
3. Abgleich: Im Rahmen der Abschlussbetrachtung wird geprüft, ob die im Räumkonzept vorgesehenen Maßnahmen durchgeführt wurden und ob die definierten Räumziele erreicht werden konnten.
Für Auftraggeber und Behörden entsteht dadurch eine schlüssige Kette: Die Entscheidungen zu Beginn des Projektes sind später noch nachvollziehbar, und die Ergebnisse sind klar auf die ursprünglichen Ziele bezogen.
Räumkonzept & Freigabedokumentation – Nutzen für Auftraggeber
Ein strukturiertes Räumkonzept und eine belastbare Freigabedokumentation bieten u. a. folgende Vorteile:
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Transparente Entscheidungsgrundlagen
Sie wissen, wo und warum welche Maßnahmen stattfinden – und können dies intern wie extern begründen.
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Reduzierte Konflikt- und Haftungsrisiken
Klar definierte Räumziele und dokumentierte Ergebnisse helfen, spätere Diskussionen über Umfang und Qualität der Maßnahmen zu vermeiden.
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Bessere Abstimmung mit Behörden
Saubere Unterlagen erleichtern Abstimmungen mit Kampfmittelbehörden, Bauaufsicht, Fachplanern und anderen Prüfinstanzen.
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Planungs- und Kostensicherheit
Ein strukturierter Ansatz vermeidet unnötige Maßnahmen und sorgt dafür, dass tatsächliche Risiken angemessen adressiert werden.
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Nachvollziehbarkeit über den gesamten Projektlebenszyklus
Auch Jahre später ist rekonstruierbar, was kampfmitteltechnisch auf der Fläche passiert ist.
Warum FONTANA-EOD für Räumkonzept & Freigabedokumentation?
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Projektorientierte Konzeption statt Standardbausteine
Räumkonzepte werden auf den konkreten Fall zugeschnitten und nicht als starre „Schablonen“ verwendet.
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Durchgängiger Bezug zum gesamten Projektablauf
Planung, Umsetzung und Dokumentation greifen ineinander – von der Vorerkundung bis zur Freigabe.
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Klare, verständliche Unterlagen
Die Dokumente sind fachlich fundiert, aber so aufgebaut, dass Planer, Bauleiter und Behörden sie ohne Spezialwissen nutzen können.
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Strukturierte Datengrundlage
Karten, Tabellen und Texte werden so kombiniert, dass Sie sowohl den Überblick behalten als auch Details nachvollziehen können.
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Transparente Darstellung von Restrisiken
Statt pauschaler Aussagen werden verbleibende Unsicherheiten im Rahmen des Auftrags benannt und eingeordnet.
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Konsistenz mit den anderen Leistungen von FONTANA-EOD
Räumkonzept und Freigabedokumentation sind eng mit den tatsächlichen Leistungen (Sondierung, Flächenräumung, Bauaushubüberwachung, Bergung) verzahnt.
FAQ zu Räumkonzept & Freigabedokumentation
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Ist ein Räumkonzept immer notwendig?
Sobald ein Projekt in einem kampfmittelverdächtigen Bereich stattfindet und mehr als nur punktuelle Maßnahmen vorgesehen sind, ist ein strukturiertes Räumkonzept in der Praxis unerlässlich – und wird oft von Behörden oder Auftraggebern ausdrücklich erwartet.
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Wie detailliert muss eine Freigabedokumentation sein?
Der Detaillierungsgrad richtet sich nach Projektgröße, Verdachtslage und Vereinbarungen mit dem Auftraggeber. Grundsatz: So detailliert wie nötig, so schlank wie möglich, ohne auf wesentliche Nachweise zu verzichten.
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Ersetzt die Freigabedokumentation eine behördliche Freigabe?
Die Freigabedokumentation ist ein fachlicher Nachweis über die durchgeführten Maßnahmen und deren Ergebnisse. Ob und wie daraus eine behördliche Freigabe abgeleitet wird, hängt von den jeweiligen Regelungen und Zuständigkeiten ab.
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Können bestehende Unterlagen in ein neues Räumkonzept integriert werden?
Ja. Vorliegende Gutachten, ältere Sondierungsdaten oder Dokumentationen können – sofern geeignet – in ein neues Räumkonzept eingebunden und fortgeschrieben werden. Wichtig ist dabei eine klare Trennung zwischen Altbestand und neuen Leistungen.
Kontakt – Räumkonzept und Freigabedokumentation für Ihr Projekt
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Sie planen ein Vorhaben in einer Kampfmittelverdachtsfläche oder möchten bestehende Unterlagen auf ein strukturiertes Niveau heben?
FONTANA-EOD unterstützt Sie dabei, ein nachvollziehbares Räumkonzept zu erstellen und die Freigabedokumentation so aufzubauen, dass sie den praktischen und dokumentarischen Anforderungen Ihres Projekts gerecht wird.
Schildern Sie uns kurz Ihr Projekt – wir zeigen Ihnen, wie ein sinnvolles Räumkonzept und eine passende Freigabedokumentation für Ihr Vorhaben aussehen können.
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